Bericht von Loran über die zweite Pjem Expedition
Keiner von uns wusste, was passieren würde. Wir waren schon viel zulange in diesem Gefängnis gewesen. Viele von uns verschwanden mit der Zeit, ließen sich in Bäume einwachsen oder suchten andere Methoden endlich gehen zu können. Ich hatte so etwas auch schon lange vorgehabt aber irgendetwas hielt mich zurück. Ich hatte gehofft, dass die Stimmen in meinem Kopf endlich still sein würden aber…
Es fing alles wieder an als laute Schreie durch das Unterholz hallten und die Ruhe störten, die schon allzu lange bei uns im Tal lag. Im ersten Augenblick dachte ich die Untoten hätten wieder einen dieser dreckigen Tusken erwischt, aber die Stimme kam mir unbekannt vor. Erwartungsvolle Stille hatte sich über das Tal gelegt und selbst die Braut schien zu hoffen. Und dann kam mein Verhängnis: Durch das Unterholz zu meiner Rechten schlugen sich ein paar Fremde… Fremde, die sonst noch niemand im Tal gesehen hatte. Unsicher versuchten sie einen Pfad zu finden, der nicht allzu gefährlich war. Ich musste mir wirklich das Lachen verkneifen als sie mich endlich bemerkten und stockten. Der Mann mit der Tätowierung an der Schläfe sprach mich gleich forsch an. Wo wir hier seien und wer ich sei. Ich konnte ihm nicht helfen bei der ersten Frage aber bei der zweiten war ich erst versucht zu lügen, aber was hätte das für einen Sinn gehabt? Sie waren gefangen genau wie wir. Es waren allerdings nicht die einzigen Fremden die zu uns gekommen waren, denn in der Ferne hörte ich Geschrei. Mit einem unguten Gefühl ließ ich die Gruppe stehen und kaum außer Sichtweite musste ich mich hinlegen. Leises Zischen in meinem Kopf ließ meinen Körper vor Angst erstarren. Es ging wieder los…
Weit hinten in meinem Kopf rührte sich eine Stimme, die unbarmherzig auf meine Seele drückte und mir zu verstehen gab, dass ich diese Fremden brauchte, denn nur sie würden mir die Steine bringen die ich brauchen würde, wenn ich IHNEN gehorchen wollte. Und etwas anderes kam für mich erst gar nicht in Frage. Dem Druck gehorchend folgte ich dem Pfad zum Obelisken. Dort würde es bestimmt einfacher zu denken. Doch noch ehe ich dort hin kam, wagte es ein junger Mann mich anzureden. Schon wieder Fremde. Als wenn die anderen nicht gereicht hätten. Zu viele Menschen sind nicht gut. Zu viele Zeugen. Wieder die selben Fragen, aber ich konnte mich nicht konzentrieren und war froh als die Untoten die Gruppe vertrieben. Ich weiß immer noch nicht warum sie mich in Ruhe lassen, aber ich bin dankbar dafür.
Beim Obelisken kam mir endlich wieder die Kombination in den Sinn! Der Sinn meiner gesamten Forschungen, auch wenn ich unfähig bin zu lesen was auf dem Obelisken steht. Aber vielleicht konnten die Fremden das lesen. Mit schnellen Schritten machte ich mich auf den Weg dorthin, wo ich die erste Gruppe getroffen hatte, aber dort war niemand mehr. Auf der fieberhaften Suche nach ihnen traf ich eine dritte Gruppe, die von einem großen rothaarigen Mann angeführt wurde. Begierig versuchte ich zu erfahren, ob sie die Schrift lesen könnten aber ich erntete nur unsicheres Gelächter und fragende Blicke. Frustriert machte ich kehrt und besuchte meine Freundin, die Braut. Auch sie hatte schon Besuch von den Fremdlingen gehabt und jammerte lauthals, dass sie wahrscheinlich die Frauen töten wollten und sie sie daraufhin vertrieben hatte. Immer noch ohne Antwort und mit einer vor Zorn bebenden Stimme im Kopf rannte ich wieder zu den lustigen bunten Fläschchen und dort fand ich endlich wieder die Gruppe mit dem Tätowierten, er hatte mir zwar seinen Namen gesagt aber wenn sie eh bald sterben würden, wäre es eine Verschwendung meines Geistes mir diese zu merken. Aufgeregt lotste ich sie zum Obelisken, oder besser ich versuchte es. Mit einem irren Schrei fegte der Priester an mir vorbei und lenkte die Truppe und mich ab. Da der Priester ein Freund von mir war, machte ich mir Sorgen, vor allem als ein Halbling hinter ihm herjagte und ihn tötete. Laut schreiend rannte ich zum leblosen Körper meines Freundes und musste schon fast über mich selber lachen. Er würde bald eh wieder aufstehen, also warum machte ich mir solche Sorgen. Die Stimme in meinem Kopf machte sich wieder bemerkbar und ich fragte auch den Halbling, diesen stinkenden, arroganten Feigling ob er die Schrift auf dem Obelisken lesen könne. Wie freute ich mich als er sagte, es seien ein paar Menschen dort die versuchten die Schrift zu übersetzen. Doch als ich dort ankam, waren sie genauso ratlos wie ich. Ich wollte vor Zorn schon auf sie losgehen, überlegte es mir aber anders. Ich brauchte sie noch. Unterschwellig machte ich ein paar Fremden klar, dass ich die Steine brauchte und sie versprachen mir zu helfen, doch immer wenn ich wiederkam behandelten sie mich wie ein kleines Kind, wie eine VERRÜCKTE!!!!! Und als dann noch dieser letzte der dreckigen Tusken auftauchte und meinen Plan gefährdete, musste ich mir etwas überlegen, ich war nur froh das keiner der anderen bemerkte, wie ich mir ein Messer aneignete. Ich scheuchte die Gruppen von einer Aufgabe zur nächsten, fragte ständig nach den Steinen und glaubte oftmals dass ich einfach vor Wut zerspringen würde. Die Braut hörte ich jammern und ging zu ihr. Auch sie wollte endlich frei sein, aber dafür bräuchten wir ein Opfer an ihrem Altar. Zusammen mit dem Priester versuchte ich den Halbling zu erwischen, aber irgendwann gaben wir auf und ich erkor den Elfen zum Opfer. Dieser Narr ließ sich einfach von mir zum Altar führen- und er kam alleine. Es war zu einfach ihn niederzuschlagen und dann habe ich ihm mit seinem eigenem Schwert die Kehle durchgeschnitten! Meine Freundin war frei! Womit ich aber nicht gerechnet hatte war, das der Elf wieder aufstehen würde. Aber er erinnerte sich an nichts als wir uns das nächste Mal begegneten. Die Gruppen schienen eh Lebensmüde zu sein, denn die Gruppe des Tätowierten versuchte einmal sich gegenseitig umzubringen und wieder musste ich mich zusammenreißen, damit ich nicht lachen musste. Je länger ich bei den Gruppen zu brachte desto stärker wurde das Geheul in meinem Kopf. Inzwischen misstrauten mir verschiedene Personen, ich musste sie irgendwie ruhig stellen und beim Tusken fing ich an. Angestachelt vor Wut erstach ich ihn, vor den Augen von ein paar anderen Leuten, aber ich würde ihnen den Mord einfach anhängen, um alle gegeneinander auszuspielen und am Ende würde ich die Steine haben!! Leider ging mein Plan nicht auf und die Stimme riet mir, dass ich warten solle, denn bald würde die Wende kommen. Die Freiheit war in greifbarer Nähe! Ich hoffte schon dass beim Kampf mit dem Nekromanten (aus dem ich mich heraushielt) alle sterben würden, aber auch das schlug fehl. Ich half sogar noch bei der Versorgung der Verletzten. Diese Narren würden noch ihr blaues Wunder erleben! Irgendwann rief mein Herr nach mir und meiner Schwester, die sich in meiner Nähe hielt. Er würde bald kommen und so bereiteten wir uns vor. Diese vertrauensseligen Fremden würden alle sterben und als dann der Meister kam, stand ich mit meiner Schwester hinter den Reihen der Fremden und wir warteten auf den richtigen Augenblick…
Dann ging alles ganz schnell, mein Herr schickte zuerst die wertlosen Sklaven in die Schlacht und währenddessen tötete ich den Heiler, den Gelehrten und die Bogenschützin, hatte aber anscheinend in meinem Blutdurst nicht gemerkt das ich hinter mir einen vergessen hatte, erst als das Messer oder Schwert durch das Fleisch an meinem Hals säbelte wusste ich Bescheid. Es wurde dunkel um mich…
Ich erwachte erst später wieder, als die Sonne den Horizont berührte. Der Priester war tot, meine Schwester war tot und die Braut war weg. Ich war alleine, doch wenn die Gruppen glauben, dass sie mir so leicht davon kommen haben sie sich getäuscht. Jetzt ist es was persönliches und außerdem treibt mich der Meister an. Ich muss der Stimme in meinem Kopf gehorchen und sie wird ich zu meinem Ziel führen… So einfach kommt man Loran nicht davon.
Loran

Bericht eines Händler in einer Taverne Rakshas

Wisse, o Zuhörer! Ich reiste einst mit einem Jungen von Akkon, meiner Vaterstadt, weg und hatte einen sehr hübschen Reisesack bei mir. Während ich kaufte und verkaufte, kam ein wilder Tuske auf mich zu, nahm mir meinen Reisesack weg und sagte: »Dieser Sack mit allem, was darin ist, gehört mir.« Ich war ganz außer mir und rief alle umstehenden Leute um Hilfe. Die Leute sagten: »Geht miteinander zum Kadhi, dem örtlichen Vollstrecker des Rechtes des Potentaten..« Wir gingen zum Kadhi und sagten ihm: »Wir haben eine Streitsache.« – »Wer ist der Kläger?« fragte der Kadhi. Der Tuske näherte sich ihm und sagte: »Die Götter-In-Allem stärken unsern Herrn, den Kadhi! Ich habe diesen Sack mit allem, was darin ist, verloren und eben wieder in der Hand dieses Mannes gefunden.« – »Wann hast du ihn verloren?« fragte ihn der Kadhi. Der Tuske antwortete: »Erst gestern.« – »Wenn du den Sack kennst«, versetzte der Kadhi, »so sage mir, was darin ist.« Der Tuske antwortete: »Im Sack sind zwei silberne Spiegelchen, Kohel für das Auge, ein Tuch für die Hände, zwei Leuchter, zwei Schüsseln und zwei Löffel, ein Kissen, zwei Matten, zwei Waschbecken mit Kannen, ein Topf, ein Kamm, zwei Hündchen, eine Kuh, zwei Kälber, zwei Schafe, eine Ziege, zwei Lämmer, zwei weiße Katzen, ein männliches und zwei weibliche Kamele, ein Büffelochs, zwei Stiere, eine Löwin, zwei Löwen, ein Wolf, zwei Füchse, zwei Divane und zwei Säle und eine Küche mit zwei Türen, und viele Tusken, die bezeugen, daß dieser Sack mir gehört.« Als der Tuske vollendet hatte, fragte mich der Kadhi: »Was sagst du dazu, Ali?« Ich näherte mich ihm, erstaunt über die Rede des Tusken, und sagte: »Sshmash verherrliche unseren Kadhi! In meinem Sack ist ein zerfallenes Häuschen mit einem Hundeställchen, ferner eine Schule für Knaben, dann viele Soldaten mit ihren Zelten, die Städte Akkon und Raksha, ein Fischernetz, ein Stock, mehrere Pfeiler und viele Mädchen und Knaben, und tausend Meister, welche bezeugen, daß dieser Sack mein Sack ist.« Als der Tuske dies hörte, sagte er weinend und schluchzend: »O mein Herr Kadhi, der Sack gehört mir, ich weiß alles, was darin ist. Du findest darin Schlösser und Zitadellen, Städte und Dörfer, Bären und Löwen und allerlei wilde Tiere; ferner eine Stute und zwei junge Hengste, zwei lange Lanzen und zwei Hasen, eine alte Frau und zwei Freudenmädchen, zwei Obersten und zwei Gaukler, und einen Blinden und einen Lahmen, einen Pfaffen und zwei Kirchendiener, und einen Patriarchen, einen Kadhi und zwei Zeugen, welche bezeugen, daß der Sack mir gehört.« Nun war ich außer mir vor Zorn und Ärger, ich ging auf den Kadhi zu und sagte: »Sshamsh stärke unsern Herrn, den Kadhi! In meinem Sack ist ein Zeughaus, mit allerlei Waffen und Kriegsmaterialien gefüllt, Weinberge, Gärten mit Feigen- und Apfelbäumen, allerlei Weingefäße mit Dienern und Freunden und Gesellschaften, Musiker mit allerlei Instrumenten und Sänger und Sängerinnen, Kinder mit ihren Ammen, zwei Tusken Sklavinnen, drei Sklavinen von Kreon, vier aus Akkon, fünf aus Valariot, sechs aus Alm-Artosia, sieben aus den vergessen Westlanden, acht aus Gree, und neun von Myhtodea; im Sack waren der Westliche Strom und der Stronsche See mit Fischen und Fischernetzen und Feuerzeug, tausend Pferde, mehrere Badehäuser, viele Städte und Länder mit allen ihren Beamten und Handwerkern, das Dorf Kufa und Anbar, zwanzig Kisten voll Weißzeug und Kleider, und einige Magazine mit allerlei Mundvorrat gefüllt, Askalon, die ganze Strecke von Damiet bis zum Norden, der Palast des Chosrocs, Vaters des Nuschirwan, das ganze Reich Chorasans, Balch und der Himmel, alle Länder, die zwischen Milea und Trigardon liegen.« Der Kadhi, ganz betäubt von dem Aufzählen aller dieser Gegenstände, sagte: »Ihr seid gewiß zwei abtrünnige Ketzer, die mit einem frommen Kadhi ihren Spaß haben wollen, besonders du ungläubiger Tuske; hat man jemals gehört, daß ein Reisesack alles das enthalte, was ihr beschrieben? Das ist ein bodenloses Meer!« Der Kadhi ließ dann den Sack öffnen; man fand darin ein wenig Brot, eine Zitrone, ein wenig Käse und ein paar Oliven; ich warf den Sack dem Tusken zu und ging fort.


Bericht von Matrose Leifrik de Halsom

Wir hatten gerade die frostigen Gewässer von Snow Island hinter uns gelassen und der zugeschneite Vulkan der Insel war schon fast außer Sicht. Ihr müsst wissen, das ist der gefährlichste Teil der Reise zwischen Anfar und der Insel Kreon. Ja man muss an der verdammten Eiskugel vorbei wenn man nicht gerade fünf Tage mehr Zeit hat. Bei verderblicher Ware durchaus ne Zeit. Naja aufjedenfall die Insel kam gerade außer Sicht und zu Steuerbord hatten wir die seltsamen Ruinen auf Adria in Sicht. Wir dachten wir hätten alles hinter uns. Ach ihr wisst nicht warum dieser Teil der Reise so gefährlich ist? Und warum ich hier son aufstand mache? Ganz einfach von dieser verdammten Schnee Insel kommen immer wieder Piraten, die haben da nen Stützpunkt oder Hafen oder sonstwas. Aufjedenfall selbst der geschlagene Balthar der damals die Insel fast komplett ausgeräuchert hat konnte sie nicht ganz vertreiben. Am Ende verschwanden er und sein Schiff bei der letzten großen Seeschlacht zwischen der Piratenflotte und der Mileaischen. Sie verschwanden einfach so im Nebel. Nie mehr gesehen. Zumindest nicht so wie früher. Naja seitdem die Magus da unter dem Vulkan der Insel ihre Experimente machen gibts auch weniger Piraten die von da kommen. Dafür gibts was schlimmeres. Denn Balthar lebt noch, naja eigentlich nicht, aber er hat die Seiten gewechselt. Er und seine Crew leben als Untote fort und plündern die Schiffe von Händlern und bringen sie um ihre Schiffsladung. Keiner überlebts um davon zu berichten. Man findet hinterher nur die Schiffe mit den aufgeknöpften Matrosen.
Alles klar soweit?
Naja also wir hatten Steuerbords die Ruinen auf Adri in Sicht, ich meine die verottenden Türme sieht man ja auch schon bei gutem Wetter von Land aus, als plötzlich hinter uns ein Schiff aus dem Nichts auftauchte. Keine Flagge nichts. Der Captain wurde nervös und der Rest der Mannschaft auch. Ich mein, es war heller Tag, aber trotzdem hatten alle ihren Schreck. Und zwar weil das einzige Erkennungsmerkmal des Schiffes war, das es schwarze Segel hatte. Aye komplett Schwarze Segel ohne Flagge. Kein gutes Zeichen nich?
Lass mich noch nen Schluck nehmen. Jo also das Schiff holte immer weiter auf und ich raffte auf Befehl den Vordermast. Unsere Goldstern kann einiges an Geschwindigkeit machen, vorallem wenn wir nicht so viel geladen haben. Der Captain rühmt sich wir wären das schnellste Schiff im nördlichen Teil Mileas zwischen Malea und Anfar. Aber dieses verdammte Schiff kam immer näher. Als wir Details erkennen konnten, da bleib mir die Spucke weg und ich wusste es ist aus. Das ganze Schiff war verottet und voller Löcher, sowas darf gar nicht mehr schwimmen! Und dann blieb die Briese aus. Wir bewegten uns kein Stück mehr, aber dieses Geisterschiff hatte trotzdem volle Segel. Wir beteten zu Sshamsh um ein Wunder. Als das Schiff dann so nah kam das es Planken auslegte, war ein großteil unserer Crew damit beschäftigt zu versuchen auf den Rettungsbooten zu entkommen. Ich gehörte zu dem Teil der Mannschaft die unserem Cap beistanden und versuchten noch ein paar Mitzunehmen. Was da über die Planken kam war höllisch….Wie wirs geschafft haben willste wissen?
Ha! Gar nicht! Ich hab jetzt nen neuen Captain. Ich kann nun trinken ohne besoffen zu werden…Wie glaubste mir nicht, na dann alles Seemansgarn, nich? HAHAH!
balthar